Kreative Fotografie: Fotografie der Beschränkung

Ein Wechsel vom Subjekt zum Objekt.
Vom Ergebnis zum gegenwärtigen Moment.

Die Zeiten von Corona sind auf so vielen Ebenen eine Herausforderung.
Beschränkungen sind für uns alle dabei eine zentrale Tatsache. Wie gehen wir damit um? Wie nutzen wir unsere persönliche Situation kreativ? Können wir uns dabei auch geniessen und uns selber darin wohlfühlen?

Ein kreativer, spielerischer Lernprozess dazu sind für mich fotografische Beschränkungen. Hier mein Beschränkungsprogramm, welches ich ab und zu auch modifiziere:

  • Ich wähle eine feste Brennweite - (in meinen Beispielen 50mm)
  • Ich wähle eine feste Blende: (f/3,5)
  • Ich beschränke mich auf eine Anzahl Fotos in einer gewissen Zeit: (z.B. 8 in einer Stunde)
  • Ich beschränke mich auf einen Platz: (z.B. ein Zimmer)
  • Ich präpariere nichts und räume nichts auf.

Ein Experiment für jedermann

Du kannst diese Übung auch als Amateurfotograf oder mit einem Handy machen indem du dir die Regeln selber zusammenstellst.

Zum Beispiel:

  • Du beschränkst dich auf eine Anzahl Fotos in einer gewissen Zeit: (z.B. 8 in einer Stunde)
  • Du beschränkst dich jedes mal auf einen vorgegebenen Raum

Mein wichtigster Punkt dazu ist: bleibe bei der ganzen Übung präsent!

Das heisst: deine Aufmerksamkeit ist nicht auf das Objekt welches du fotografierst gerichtet, sondern auf das Subjekt, auf dich selber.
Wähle als Hilfe dafür jedesmal einen „Ankerpunkt“ auf den du zurückkommen kannst, wenn Du Dich in Gedanken verlierest. Und das wird ständig passieren.
Mögliche Ankerpunkte sind:

  • dich deines Atems bewusst zu sein
  • jede Bewegung bewusst auszuführen, bewusst wahrzunehmen
  • nach der Auslösung eines Bildes eine Minute still und bewegungslos anzuhalten

Die persönlichen Erfahrungen daraus sind unglaublich reichhaltig und öffnen einen völlig neuen Umgang mit Fotografie. Der Prozess rückt dabei in den Vordergrund und das Ziel, die Fotos, werden ein Beiprodukt dieses Prozesses.

Meine beiliegenden „Resultate“ habe ich aus ein paar solcher Sessions zusammengestellt.
Für die Bearbeitung habe ich sehr einfache Schritte gewählt.

  • Beschneiden zu 3:4, Höhe des Bildes belassen
  • Eine einfache Schwarzweiss-Umsetzung

Du kannst die Bearbeitung natürlich auch ganz weglassen.

Probiere es aus!

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